Deutsche Meisterschaften für Amateurklassen 2025 | 06. bis 09.06.2025 | Erfurt
Zum zweiten Mal in Folge fanden die Deutschen Meisterschaften der Amateurklassen in Erfurt statt – parallel zu den nationalen Titelkämpfen der Profis, Schüler und Senioren. Das Besondere: Qualifizierte Amateurspieler und Akkreditierte (jeder Teilnehmer konnte einen persönlichen Coach mitnehmen!) konnten kostenfrei die Spiele der Profis in der imposanten Haupthalle 1 verfolgen – ein echtes Highlight für jeden Tischtennisfan!
Herne-Vöde war mit quasi zwei Spielern vertreten:
- Christoph Reinhold (Herren C bis Q-TTR 1600), der sich souverän beim stark besetzten Qualifikationsturnier der Region Arnsberg durchsetzte.
- Melanie Schinköthe (Damen A bis Q-TTR 1700), die in der Hinrunde noch im Vöder Trikot aufgelaufen ist und seit der Rückrunde für DJK Franz-Sales-Haus spielt, sich demnach beim Qualifikationsturnier im Bezirk Rhein-Wupper qualifizierte.
Begleitet wurden sie von den Coaches Jens Müermann (für Christoph) und Can Bilgin (für Melanie).
Tag 1 – Freitag: Anreise und erste Eindrücke
Nach Ankunft in der überraschend günstigen Ferienwohnung ging es direkt zum ersten Erkunden der Spielstätte. In der Nebenhalle 2 wurden erste Bälle geschlagen – die Anzahl der Tische war allerdings knapp bemessen: nur 20 Platten für 192 Teilnehmer in sechs Spielklassen sorgten für lange Wartezeiten beim Einspielen.
Ein Wiedersehen gab es mit Lukas Karmann, der bis 2024 noch in der zweiten Mannschaft von Vöde spielte und nun für den TTV Top Spin Bernau bei den Herren A (bis Q-TTR 2000) antrat.
Abends wurde im „größten Edeka ever“ eingekauft, gemeinsam gekocht (Pasta!) – und dann hieß es: Kräfte sammeln für den Turnierstart.
Tag 2 – Samstag: Start in die Gruppenphase
Nach einem stärkenden Omelette-Frühstück ging’s in die Halle. Die Einspielbedingungen blieben schwierig – aber die Leistungen unserer beiden Vertreter konnten sich sehen lassen:
Christoph startete mit einem klaren 3:0-Sieg gegen Tom Eilers (Niedersachsen). Der Gegner fand keine Mittel gegen Christophs Schnitt-Variationen und unorthodoxen Spielstil.
Melanie musste sich in einem intensiven Match Jenny Kunze (Brandenburg) mit 1:3 geschlagen geben – bitter, da sie im ersten und vierten Satz bereits in Führung lag.
(Anm. der Redaktion: Kunze wurde später Deutsche Meisterin – also ein starker Gegner zum Auftakt!)
Nach drei Stunden Pause spielte Christoph gegen Alexander Brambach (Bayern) – erneut ein deutliches 3:0 für ihn.
Melanie zeigte sich gegen die an Position 3 gesetzte Maria Schiefner (Thüringen) stark verbessert – sie nutzte ihre Chancen konsequent und gewann mit 3:1.
Zum Ausklang ging es am Abend in's Christoffel Wirtshaus in der Erfurter Altstadt – ein Mittelalterrestaurant, wo mit Talern statt Euro gezahlt wird und die Cola „braunes Wasser“ heißt – definitiv ein spaßiger und origineller Abschluss eines erfolgreichen Tages.
Tag 3 – Sonntag: Entscheidung in der Gruppen- und K.o.-Phase.
Wieder ein gesundes Frühstück, dann ging es zum entscheidenden Gruppenspieltag.
Christoph war bereits vorzeitig für die Hauptrunde qualifiziert. Im Spiel gegen Benjamin Rehn (Baden-Württemberg), der ebenfalls beide Auftaktspiele gewonnen hatte, ging es um die bessere Platzierung. Nach 1:2-Rückstand kämpfte sich Christoph in den Entscheidungssatz, musste sich aber knapp geschlagen geben – als Gruppenzweiter aber weiterhin im Rennen.
Melanie musste gegen Samira Apfel (Baden-Württemberg) gewinnen, um die KO-Runde zu erreichen. Leider konnte sie nicht an die starke Leistung vom Vortag anknüpfen und verlor in drei Sätzen – das Turnier war damit für sie beendet. Trotzdem: starke Leistung und wertvolle Erfahrung auf nationalem Niveau.
Für Christoph ging es nun in der Hauptrunde weiter – mit einem echten Kracher: Gegner war niemand Geringeres als Viktor Semke aus Hessen, Mitfavorit und an Position 2 gesetzt.
Wäre Christoph Gruppenerster geworden, hätte ein solches Duell frühestens im Halbfinale gewartet.
Was folgte, war ein hochklassiges und spannendes Match:
Semke ging in Führung, Christoph glich aus – und das wiederholte sich. Nach Satz 3 (Semke) holte Christoph Satz 4 mit einem spektakulären Ballonabwehrball zum Satzgewinn.
Im fünften Satz fehlte dann ein wenig die Kraft, und Semke setzte sich durch.
Damit belegte Christoph einen starken 9. Platz unter Deutschlands besten Amateurspielern seiner Klasse. Schade – es war mehr drin, aber wir sind sehr stolz auf unseren Vöder Athleten!
Am Sonntagabend haben wir dann noch das Spiel der Spiele bei den Profis gesehen: Wim Verdonschot besiegt Florian Bluhm nach 7 Sätzen. Unfassbare Abwehrleistung gegen den knallharten Angriff.
Am Abend wurde gemeinsam gekocht – Spätzle mit Pilzrahmsoße. Ein perfekter Abschluss eines intensiven und erfolgreichen Turnierwochenendes.
Tag 4 – Montag: Profis schauen und Heimreise
Da unsere beiden Vöder mit den Entscheidungen nichts mehr zu tun hatten, nutzten wir den letzten Tag ganz entspannt, um die Finalspiele bei den Profis mitzuverfolgen.
Nach dem Ausschlafen wurde die Ferienwohnung gründlich geputzt – lupenrein, wie es sich für Vöder gehört.
In der Halle sah man unter anderem die erfolgreiche Titelverteidigung der deutschen Nachwuchshoffnung Annett Kaufmann bei den Damen – ein echtes Highlight!
Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach Herne.
Fazit:
Ein langes Wochenende voller Tischtennis!
Herne-Vöde war mit zwei starken Vertretern sowie ihren Coaches dabei und hat sich hervorragend präsentiert.
Mal schauen – vielleicht qualifizieren sich auch im kommenden Jahr wieder ein paar Vöder für das ganz große Turnier.
Wir sagen: Danke an Christoph, Melanie, Jens & Can – und bis bald in Erfurt?
zuletzt aktualisiert am 14.07.2025